Raffung der Rektusscheide
Die Raffung der Rektusscheide ist technisch nicht sehr anspruchsvoll, sie muss aber mit Vorsicht durchgeführt werden, um keinesfalls Darmschlingen zu verletzen. Nachdem die Bauchhaut von der Bauchwand bis zum Rippenbogen abpräpariert wurde, kann mit dem Finger der innere Rand der beiden Rektusmuskeln ertastet werden. Um die Raffung zu erleichtern, wird dieser Rand markiert. Oft ist das Ertasten gar nicht notwendig, weil sich der „Graben“ der Rektusdiastase deutlich abzeichnet und der Rand der Vertiefung ohnehin leicht markiert werden kann. Nun erfolgt die Raffung der Rektusscheide mit kräftigen Matratzennähten, wobei die Abstände zwischen den Einstichen etwa 2 cm betragen. Der Nabel darf nicht stranguliert werden. Nach Abschluss der Raffung wird mit dem Finger geprüft, ob zwischen den Nähten keine Lücken verblieben sind, gegebenenfalls werden weitere Nähte gesetzt.
Hinweise – Komplikationen
Wenn im Rahmen der Bauchdeckenplastik die Rektusscheide gerafft wird, muss der Anästhesist angehalten werden, beim Ausleiten der Narkose den Hustenreflex des Patienten unbedingt zu unterdrücken. Beim Husten wird der intraabdominelle Druck stark erhöht, und die Raffnähte können dabei leicht ausreißen. Nach der Operation müssen PatientInnen das Heben von mehr als 5 kg vermeiden, das Tragen eines entlastenden Bauchmieders für die Dauer von drei Monaten ist empfehlenswert. Endoskopische Raffung der Rektusscheide In seltenen Fällen verbleibt nach einer Schwangerschaft lediglich eine Rektusdiastase. Wenn also weder Hautüberschuss noch Fettüberschuss vorliegen, kann die Korrektur der inneren Bauchwand endoskopisch erfolgen, und man erspart sich die lange Narbe. Auch Hernien können endoskopisch verschlossen werden.


