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Kurz & bündig

1. Bruststraffung Allgemein

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden lediglich Brustverkleinerungen durchgeführt. Erst 1897 erfolgte die erste Bruststraffung, als Alfred Pousson eine Brustverkleinerung mit einer gleichzeitigen Straffung kombinierte.

Neben der biologischen Funktion des Stillens hat die weibliche Brust auch eine starke erotische Bedeutung. Die meisten weiblichen Säugetiere haben im Verhältnis zu ihren männlichen Artgenossen wesentlich weniger ausgeprägte Brüste als Frauen.

Aus praktischen Gründen hat man die Brust in vier Abschnitte – „Quadranten“- unterteilt: einen oberen äußeren und einen oberen inneren Quadranten, sowie einen unteren äußeren und einen unteren inneren Quadranten.

Im medizinischen Fachjargon werden Brustwarze und Warzenhof unter „MAK“ (Mammillen-Areola-Komplex) zusammengefasst.

Bei einer Bruststraffung kann die Stillfähigkeit regelhaft und die Sensibilität der Brustwarzen nahezu immer erhalten werden.

Es gibt zahlreiche Varianten des Hautschnitts, die sich in ihrer Länge und Position wesentlich voneinander unterscheiden. Die am häufigsten eingesetzte Schnitttechnik hinterlässt eine T-förmige Narbe.

In den letzten 20 Jahren wurden neue Techniken entwickelt, die darauf abzielen, das Wiederabsinken der Brust durch die Bildung eines „inneren BH“ (Dermissuspension) zu verhindern. Mit der Bildung der Dermissuspension wird das Brustgewebe innen aufgehängt, weshalb man von einem „inneren BH“ spricht.

Eine Bruststraffung wird immer in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) durchgeführt und sollte grundsätzlich in einem ISO-zertifizierten Operationssaal eines Krankenhauses stattfinden.

Eine Bruststraffung dauert je nach Ausmaß des Hautüberschusses zwischen 1 und 2½ Stunden. Eine Augmentationsmastopexie dauert ca. 30 – 60 Minuten länger. Die Patientin verlässt das Spital in der Regel ein bis zwei Tage nach dem Eingriff.

Medizinische Komplikationen wie Nachblutungen und Infektionen sind bei der Bruststraffung bei korrekter Durchführung selten. Zu Nekrosen und Wundheilungsstörungen kommt es ebenfalls sehr selten. Treten sie dennoch auf, gilt es abzuwarten, bis die sekundäre Wundheilung abgeschlossen ist. Je nach Ausmaß sind die Folgen operativ nicht einfach zu korrigieren.

Ergebnisbezogene Komplikationen betreffen in erster Linie Asymmetrien, eine unschöne Form der Brust, ein neuerliches Absinken der Brust, Verziehungen des MAK oder das Bottoming-Out.

Nach einer Bruststraffung sollte für die Dauer von vier Wochen Tag und Nacht ein Stütz-BH getragen werden, um die operierte Brust möglichst schonend abheilen zu lassen.

Die Langzeitergebnisse nach Bruststraffungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Abhängig vom Gewicht des verbleibenden Gewebes und den individuellen Bindegewebeeigenschaften wird die Brust mit der Zeit mehr oder weniger absinken. Eine korrigierende neuerliche Straffung ist jederzeit möglich.

Bereits geringe Gewichtsschwankungen (3 – 4 kg) können die Größe der Brust und damit das Ergebnis einer Bruststraffung deutlich beeinflussen, daher sollte eine Bruststraffung erst bei einem haltbaren Wohlfühlgewicht und idealerweise nach Abschluss der Familienplanung durchgeführt werden. Die Kosten für eine Bruststraffung werden in Österreich nur in seltensten Ausnahmefällen von den Sozialversicherungsträgern übernommen.

Eine Augmentationsmastopexie kann entweder mit Silikon-Implantaten oder mit Eigenfett durchgeführt werden.

 

 

2. Augmentationsmastopexie mit Silikon-Implantaten

Eine Bruststraffung kann mit einer gleichzeitigen Brustvergrößerung mit Implantaten kombiniert werden, in diesem Fall spricht man von einer „Augmentationsmastopexie“.

Derzeit gibt es silikongelgefüllte und mit Kochsalzlösung gefüllte Implantate. Silikongel gibt es in flüssiger und in kohäsiver (fester) Form.

Silikongelgefüllte Implantate weisen die natürlichste Konsistenz auf. Es gibt keinen medizinischen Grund, Augmentationsmastopexien nicht mit silikongelgefüllten Implantaten durchzuführen.

Implantate mit Kochsalzlösung schwabbeln und fühlen sich vergleichsweise unnatürlich an.

Moderne Implantate haben keine begrenzte Haltbarkeit. Die meisten Hersteller gewährleisten eine lebenslange Garantie.

Moderne Implantate (anatomische gleichermaßen wie runde) können durch unterschiedliche Projektion (Höhendurchmesser) bei identen Ausmaßen unterschiedliche Volumina aufweisen. Dadurch können kleine und mittlere Größenunterschiede bei einer Augmentationsmastopexie unauffällig ausgeglichen werden.

Es gibt Implantate mit glatter oder texturierter (rauer) Oberfläche. Es ist nicht eindeutig bewiesen, welche Oberfläche die geringste Kapselfibroserate aufweist. Wer „auf Nummer sicher“ gehen will, verwendet Implantate mit texturierter Silikonhülle.

Weder die Silikonhülle noch das Silikongel provozieren irgendeine Form von Krebs. Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es daher keinen Grund, Augmentationsmastopexien nicht mit silikongelgefüllten Implantaten durchzuführen.

Um bei der Augmentationsmastopexie ein natürliches Ergebnis zu erzielen, muss das Implantat allseits von einem Weichteilmantel umgeben sein, damit die Kanten nicht sichtbar sind.

Wenn die vorhandene Brust im Verhältnis zum Implantat eher groß ist (gleich groß oder größer), beeinflusst die Form des Implantates die Form der Brust nicht. Daher sind in diesen Fällen keine anatomischen Implantate notwendig.

Die Verwendung anatomischer tropfenförmiger Implantate ist vor allem bei sehr kleinen Brüsten angebracht, weil sie aufgrund variabler Längs- und Querdurchmesser entsprechend den individuellen anatomischen Voraussetzungen der vorhandenen Brust ausgewählt werden können.

Brustimplantate können über, unter oder halb über / halb unter dem Brustmuskel platziert werden.

Die Platzierung der Implantate über dem Brustmuskel ist die natürlichste, weil die Implantate die altersbedingte Lageveränderung der Brust mitmachen. Wenn zur Ummantelung des Implantates nicht genügend Brustgewebe vorhanden ist, muss das Implantat unter oder halb unter den Brustmuskel gelegt werden, der die Umhüllung des Implantates übernimmt.

Wer eine Augmentationsmastopexie möchte, sollte sich keine Billigprodukte einsetzen lassen und die Auswahl der Implantate mit dem Operateur besprechen können.

Die Implantatwahl darf nicht nach ökonomischen Überlegungen getroffen werden, die Qualität hat absoluten Vorrang! Jeder Patientin sollte ein Implantatpass ausgestellt werden.

 

3. Augmentationsmastopexie mit Eigenfett

Eine Bruststraffung kann mit einer gleichzeitigen Brustvergrößerung mit Eigenfett kombiniert werden, in diesem Fall spricht man von einer „Augmentationsmastopexie“.

Eigenfett kann grundsätzlich in alle Körperregionen eingebracht werden, um eine ästhetische Formkorrektur zu erzielen. Abgesehen von Gesicht und Brust wird Eigenfett vor allem in folgende Körperregionen eingebracht: Hände, Gesäß, äußere Schamlippen und Penis.

Die ästhetische Brustvergrößerung mit Eigenfett wurde 1989 für medizinisch ungeeignet erklärt und nach einigen Jahren intensiver Forschung 2003 wieder als geeignet anerkannt.

Derzeit ist bei einer Brustvergrößerung mit Eigenfetttransplantation im Zuge einer Sitzung ein Volumenzuwachs von etwa 150 – 250 ml / Brust möglich.

2001 wurde erstmals das Vorhandensein von Stammzellen im Fettgewebe, sog. ADSC (adipose derived stem cells), beschrieben. ADSC verfügen über außergewöhnliche biologische Eigenschaften und werden erfolgreich in der Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie eingesetzt.

Die medizinischen Risiken der Eigenfetttransplantation sind minimal, unbefriedigende Ergebnisse (zu wenig oder ungleich viel eingeheilt) können leicht korrigiert werden. Die Langzeitergebnisse sind ausgezeichnet.

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