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Kapselbildung, Kapselfibrose - wie entsteht sie und warum?

Der Körper reagiert auf den Fremdkörper „Implantat“ mit der Bildung einer fibrösen Kapsel (Bindegewebekapsel). Diese Kapsel ist idealerweise zart und weich und daher nicht spürbar. Bei 3 – 5 % aller Brustvergrößerungen kommt es zu einer verdickten und verhärteten Kapsel, der vielzitierten Kapselfibrose, die im Extremfall zu sichtbaren Verformungen, Verhärtungen und Schmerzen führen kann. Ende der 1970er Jahre wurde die Kapselfibrose erstmals in verschiedene Stadien eingeteilt. 1995 modifizierte James L. Baker jr., einer der bekanntesten US-amerikanischen plastischen Chirurgen, diese Stadieneinteilung und publizierte die bis zum heutigen Zeitpunkt allgemein gültige Einteilung.

Genau genommen ist die Kapselfibrose die verstärkte Form einer normalen Körperreaktion, die verschiedene Ursachen haben kann. Es gibt bekannte und wenig bekannte (erforschte) Ursachen der Kapselfibrose sowie vermeidbare bzw. unvermeidbare Auslöser.

Der emeritierte Pathologieprofessor Georg Wick aus Innsbruck befasste sich eingehend mit dieser Problematik. Er fand heraus, dass es sich bei der Kapselbildung nicht um eine Immunreaktion des Körpers auf Silikon handelt (es konnten bislang weder allergische noch Immunreaktionen auf Silikon nachgewiesen werden), sondern um eine Immunreaktion des Körpers gegen das „Hitze-Stress-Eiweiß“ (engl.: heat shock protein – HSP). Dieses Protein kommt in fast allen Zellen vor und wird bei Stress ausgeschüttet. Moderater Stress entsteht durch die Operation, erhöhter Stress durch unsanftes Hantieren, Infektion, Nachblutung und zu rascher Dehnung der Haut. Gegen dieses Hitze-Stress-Eiweiss bildet der Körper Antikörper, die wiederum die Bildung der Kapsel und vor allem deren Ausbildung (Dicke) zur Folge haben. Es gilt: Je mehr Eiweiß ausgeschüttet wird, umso stärker die Kapselbildung.

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