Kurz & bündig
Die Brustvergrößerung ist ein sehr anspruchsvoller medizinischer Eingriff, dessen Erfolg von zahlreichen, unbedingt zu berücksichtigenden Einzelheiten abhängt. Ohne Beachtung dieser Details kann es zu katastrophalen Ergebnissen und schweren Komplikationen kommen.
die wichtigsten fakten auf den punkt gebracht:
Silikongelgefüllte Implantate verursachen keinen Brustkrebs.
Derzeit sind folgende Implantate empfehlenswert: Hersteller: grundsätzlich ISO 9000, CE-zertifizierte Markenware mit lebenslanger Garantie. Inhalt: kohäsives Silikongel (rinnt nicht aus), Oberfläche: texturiert (rau), Form: tropfenförmig oder manchmal auch rund.
Es gibt hochwertige Implantate, die bei gegebenem Füllvolumen variable Quer-, Längs- und Höhendurchmesser aufweisen. Dadurch sind eine Anpassung an individuelle Brustformen sowie der Ausgleich von geringfügigen Asymmetrien möglich.
Runde Implantate können durchaus verwendet werden, wenn die gewünschte Vergrößerung im Verhältnis zur vorhandenen Brustgröße eher moderat ist (Verhältnis vorhandene Brust/Implantat etwa 1:1 oder weniger). Das Implantat ist in diesem Fall für die vergrößerte Brust nicht formbestimmend.
Der operative Zugang (Unterbrustfalte, Warzenhof, Achsel) kann von der Patientin gewählt werden, jede Schnittführung hat ihre Vor- und Nachteile.
Die Positionierung des Implantates über oder unter dem Brustmuskel folgt klaren medizinischen Richtlinien und darf niemals regelhaft erfolgen.
Das Aufsetzen der Patientin während der Operation zur Beurteilung von Größe und Lage des Implantates ist aus meiner Sicht unerlässlich.
Eine Brustvergrößerung soll grundsätzlich in einem standardisierten Operationssaal durchgeführt werden, findet in Vollnarkose statt und dauert zwischen 45 – 90 Minuten. Die Patientin verlässt das Spital in der Regel am Tag nach dem Eingriff.
Bei komplikationslosem Verlauf gibt es keine Haltbarkeitsfrist der Implantate.
Bei schlaffen Brüsten ist es oft notwendig, gemeinsam mit der Brustvergrößerung eine Bruststraffung durchzuführen.
Es gibt eine Reihe von Fehlbildungen der Brust, die nur durch aufwendige Operationen und nicht durch das alleinige Einbringen von Implantaten korrigiert werden können.
Die Langzeitergebnisse sind bei gegebenem Operationserfolg im Allgemeinen ausgezeichnet.
Bei jeder Brustvergrößerung nimmt das Volumen der vorhandenen Brust ab, weil das Implantat auf das darüberliegende Brustgewebe Druck ausübt und dieses auf den Druck mit einer gewissen Volumenverminderung reagiert; deswegen muss bei einer Entfernung der Implantate nach Jahren damit gerechnet werden, dass die ursprüngliche Form und Größe nicht mehr gegeben ist.
Nach einer Brustvergrößerung bleibt die Stillfähigkeit im Allgemeinen erhalten, vereinzelt können geringfügige Schwierigkeiten auftreten.
Nach einer Schwangerschaft muss mit einer Veränderung von Brustform (Abschlaffung) und Brustgröße gerechnet werden.
Massive Gewichtsschwankungen können Form und Größe der Brust negativ beeinflussen.
Jedes Implantat wird von einer Bindegewebehülle umgeben: Sie ist die Reaktion des Körpers auf den „Eindringling“. In 3 – 5 % der Fälle wird diese Bindegewebshülle dick und kann verhärten; in diesem Fall spricht man von einer Kapselfibrose.
Es gibt vermeidbare und unvermeidbare Ursachen für die Entstehung einer Kapselfibrose.
Zu den Kurzzeitkomplikationen nach einer Brustvergrößerung zählen Nachtblutung, Infektion, Fehlpositionierung, Implantatrotation oder Sensibilitätsverlust der Brustwarze.
Zu den Langzeitkomplikationen nach einer Brustvergrößerung zählen Kapselfibrose, Austritt von Silikon, Positionsänderungen, Depigmentation der Areola, Dehnungsstreifen, unschöne Narben, Rippling sowie Snoopy- und Double-Bubble-Konturenveränderung.
Jede Frau, die sich einer Brustvergrößerung unterzieht, sollte sich bewusst sein, dass nach 10 – 20 Jahren (oder erst später) eine Korrektur angebracht sein kann. Zumeist ist eine Bruststraffung angezeigt.
Brustimplantate behindern die routinemäßige mammographische Krebs-Vorsorgeuntersuchung nicht.
Die Brustvergrößerung durch Transplantation von körpereigenem Fett steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Jüngste glaubwürdige Berichte über nennenswerte Vergrößerungen sowie die Anreicherung des transplantierten Eigenfetts durch Stammzellen machen diese Methode der Brustvergrößerung aber zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die Verwendung von Implantaten.
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