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10 Fragen zu Eigenfett, Botox & Filler

1. Was versteht man unter Eigenfetttransplantation und wie wird sie eingesetzt?

Im Gegensatz zur Organtransplantation wird bei der Eigenfetttransplantation Fett von irgendeiner Körperstelle entnommen (z. B. Bauch, Oberschenkel etc.) und in eine andere Körperstelle eingebracht. Es handelt sich daher um die Transplantation von Eigengewebe, während bei einer Organtransplantation fremdes Gewebe in den Körper eingebracht wird. Die Eigenfetttransplantation wird vorrangig aus ästhetischen Gründen eingesetzt – also beispielsweise zur Lippenvergrößerung, zur Beseitigung der Nasolabialfalten, zum Auffüllen von Augenringen oder generell zur Verjüngung des Gesichts. Seit einigen Jahren wird die Eigenfetttransplantation aber auch zur Brustvergrößerung und zur Verbesserung geschädigter Haut eingesetzt.

2. Eigenfetttransplantation zur Brustvergrößerung? Bedeutet das, dass Silikon-Implantate überflüssig geworden sind?

Nein, nicht ganz. Die Brustvergrößerung mit Eigenfett befindet sich derzeit noch im Anfangsstadium, rein technisch gesehen ist der Weg aber geebnet. Mit der Anreicherung des zu transplantierenden Fetts mit ADSC (Stammzellen des Fettgewebes), dem Aufdehnen der Brust mit einer Art Saugglocke und mit mehrschichtigem Einbringen des Fetts können bereits erstaunliche Ergebnisse erzielt werden. Der Brustvergrößerung mit Eigenfett sind jedoch noch Grenzen gesetzt. Derzeit liegt die Obergrenze der Brustvergrößerung mit Eigenfett bei etwa 150 – 250 ml / Brust. Das setzt aber auch voraus, dass zwischen 500 – 1000 ml reines Fett entnommen werden können, eine Menge, die nicht bei jeder Frau zur Verfügung steht.

3. Eine Eigenfetttransplantation wäre also ein guter Ersatz für künstliche Füllsubstanzen?

Absolut. Der operative Aufwand ist zwar etwas größer, auf lange Sicht ist die Eigenfetttransplantation jedoch kostengünstiger. Filler wie z. B. Hyaluronsäure werden vom Körper innerhalb von 4 bis 6 Monaten abgebaut, und die Unterspritzung der Falten muss daher regelmäßig wiederholt werden. Bei der Eigenfetttransplantation heilt ein gewisser Anteil des transferierten Fettes ein, und dieser Volumengewinn ist von Dauer. Zudem kann es zu keinen wie auch
immer gearteten Unverträglichkeiten kommen, weil es sich um körpereigenes Gewebe handelt.

4. Wie läuft eine Eigenfetttransplantation ab und mit wievielen Etappen muss man durchschnittlich rechnen?

Zunächst wird unter sterilen Bedingungen mit einer dünnen Kanüle Fett von einer beliebigen Stelle des Körpers entnommen und zentrifugiert. Anschließend werden die konzentrierten Fettzellen in die gewünschte Körperregion eingebracht. Die Stammzellen setzen einen Gefäßwachstumsfaktor frei, der zum Einsprossen von kleinsten Blutgefäßen (Kapillaren) führt, und nach etwa 21 Tagen ist der Einheilungsprozess abgeschlossen. Im Schnitt heilen 30-80% des transplantierten Fettes ein und derjenige Anteil der Fettzellen, der nicht rechtzeitig Anschluss an das Gefäßnetz gefunden hat, wird vom Körper abgebaut.  Nach etwa zwei Monaten ist das Ergebnis zu beurteilen, und man kann überlegen, eine ergänzende Behandlung durchzuführen oder nicht. Erfahrungsgemäß muss man mit zwei bis vier Etappen rechnen. Der Vorteil liegt aber wie gesagt darin, dass nach Abschluss der Behandlung ein dauerhaftes Ergebnis vorliegt und man nicht mehr transplantieren muss.

5. Welche Risiken oder Komplikationen können bei einer Eigenfetttransplantation auftreten?

Bei korrekter Durchführung ist das Verfahren nahezu risikolos, sehr selten kann es zu Infektionen oder Gefäßverletzungen kommen. Extrem selten wurden auch kleinste, regionale Fettembolien beschrieben. Komplikationen betreffen im Grunde nur das Ergebnis, wenn nicht genug Fett einheilt, wenn zu viel Fett eingebracht wurde oder wenn die Eingabe unregelmäßig erfolgte. Fast immer kann ein unbefriedigendes Ergebnis korrigiert werden – ist zu viel Fett vorhanden, wird es entfernt, ist zu wenig vorhanden, wird Fett nachgespritzt.

6. Wofür kann eine Eigenfetttransplantation noch eingesetzt werden?

In der rekonstruktiven Chirurgie wird Eigenfett u. a. bei der Korrektur von Gewebedefekten, bei Brustkorrekturen nach Brustkrebs, bei der Behandlung von Verbrennungsnarben oder strahlungsgeschädigten Hautarealen eingesetzt. In der Ästhetischen Chirurgie u. a. bei der Korrektur von misslungenen Fettabsaugungen, zur Behebung von operationsbedingten Asymmetrien, zur Aufpolsterung der äußeren Schamlippen oder zur Penisverdickung. Grundsätzlich kann Eigenfett überall eingebracht werden, wo es notwendig oder wünschenswert erscheint.

7. Was kostet eine Eigenfetttransplantation?

Je nachdem wie viele Regionen behandelt werden sollen, zwischen € 500 und € 1.500 je Sitzung.

8. Was eignet sich besser zur Faltenunterspritzung - Botox oder Filler?

Mit Botox kann überhaupt nichts unterspritzt werden, Botox ist ein Bakteriengift, das die Muskulatur lähmt. Mit Botox können nur Falten beseitigt werden, die durch das Zusammenziehen der Haut aufgrund von Muskelaktivität entstehen. Durch Botox wird der Muskel ruhiggestellt, daher kann er die darüberliegende Haut nicht mehr in Falten legen. Eindrucksvolle Beispiele für den Einsatz von Botox sind die Beseitigung von Zornesfalte(n) und Krähenfüßen. Auch wird es zur Beseitigung von Stirnfalten, zur Anhebung der seitlichen Augenbrauen, zur Anhebung der Mundwinkel oder gegen übermäßiges Schwitzen (Achsel, Hände) eingesetzt. Mit Botox wird also kein Volumen eingebracht, es hat daher ein völlig anderes Wirkprinzip als die Filler, die genau zu diesem Zweck eingesetzt werden.

9. Wie lange hält die Wirkung von Botox an und wirkt es bei jedem?

Das hängt natürlich von der Konzentration ab. Bei richtiger Dosierung sollte die Wirkung zumindest vier Monate anhalten, im Schnitt sechs Monate, in seltenen Fällen auch etwas länger. 3 – 7 % der Menschheit sind auf Botox immun bzw. zeigen nur eine geringe Reaktion.

10. Wieviel kostet eine Botox-Behandlung?

Eine Region kostet bei mir zwischen € 280 und € 350, zwei Regionen kosten weniger als das Doppelte.