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10 Fragen zum Face-Lifting

1.Was kann denn alles im Gesicht korrigiert werden?

Abgesehen von Wangen und Hals kann man auch die Stirn korrigieren und seit relativ kurzer Zeit auch das Mittelgesicht. Das Mittelgesicht ist diejenige Region, die sich vom Unterrand des Unterlides bis etwa zum Mundwinkel erstreckt und seitlich etwa bis auf die Linie des Jochbeins reicht.

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2. Wie sieht es mit Augenfalten oder Mundfalten aus?

Augenfalten können im Rahmen eines Face-Liftings mitkorrigiert werden, es handelt sich dabei aber um eine eigene Operation, nämlich um die Augenlidkorrektur. Bei den Falten um den Mund kann man mit einer Operation nur sehr wenig erreichen. Wenn eine starke Faltenbildung um den Mund besteht (beispielsweise bei RaucherInnen), muss entweder mit einem chemischen Peeling oder mit dem Laser gearbeitet werden. Unterspritzungen in diesem Bereich halte ich nicht für sehr sinnvoll, weil man dadurch häufig unnatürliche Wülste bekommt.

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3. Wofür bzw. wogegen wird Botox eigentlich eingesetzt?

Botox ist ein Nervengift und lähmt die Muskulatur, in die es eingespritzt wird. Vorzugsweise wird Botox zur Beseitigung der Zornesfalten verwendet, es wird in die Glabellamuskulatur injiziert, und durch ihre Ruhigstellung werden die Zornesfalten beseitigt. Ebenso kann man Botox auch zur Beseitigung der Krähenfüße verwenden oder aber auch um die Stirnfalten zu glätten. Die Wirkung von Botox ist allerdings zeitlich begrenzt, es muss in etwa alle vier bis sechs Monate nachgespritzt werden.

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4. Wie lange hält ein Face-Lifting an?

Ein Face-Lifting verjüngt das Aussehen in etwa um zehn Jahre, und wenn die OP gelungen ist und man eine weitere Verbesserung wünscht, ist dies ebenso nach Ablauf von etwa zehn Jahren möglich.

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5. Für welche Gesichtsbereiche kommen welche Operationstechniken in Frage?

Das Gesicht wird in der Face-Lifting-Chirurgie der Einfachheit halber in vier Regionen unterteilt: Stirn, Wange, Hals und Mittelgesicht. Beginnen wir vielleicht einmal bei den Gesichtsregionen, die am häufigsten korrigiert werden: die Wangen- und Halsregion. Zur Korrektur der Wangen, also vor allem der Hamsterbacken, gibt es eine Vielzahl von Operationen, die in den letzten 100 Jahren entwickelt wurden. Die Standard-Methode ist das Face-Lifting unter Einsatz einer SMAS-Korrektur. Dabei handelt es sich um eine zweischichtige Operation, wo zunächst einmal die Haut abgehoben wird, dann präpariert man das SMAS. SMAS steht für „Superficial Musculo Aponeurotic System“ und ist eine derbe, bindegewebsartige Struktur, die unterhalb des Fettes liegt und die, wenn man sie vom weiter darunterliegenden Gewebe abhebt und strafft, eine echte Anhebung von abgesunkenen Gesichtsanteilen bewirkt. Wird auf diese Art und Weise operiert, können sehr natürliche Operationsergebnisse erzielt werden.

Es gibt noch eine Vielzahl von Methoden, von denen ich noch zwei herauspicken möchte. Zunächst einmal die sogenannten „Mini-Face-Liftings“ (Mini-Lift, Midi-Lift, S-Lift …). Dabei handelt es sich um Methoden, die eingeführt wurden, um PatientInnen eine lange Heilungsphase zu ersparen. Meiner Meinung wurden diese Mini-Face-Liftings aber auch falsch propagiert, weil der Effekt dieser kleineren Operationen natürlich weitaus geringer ist als der Effekt eines korrekt durchgeführten SMAS-Liftings. Bei diesen Operationen wird kein SMAS-Lappen gemacht, sondern das SMAS lediglich mit Setzen von Nähten aufgehängt, die Effektivität und die Langzeitergebnisse kommen natürlich nicht an die der SMAS-Face- Lifting-Methode heran. Abgesehen von diesen Mini-Liftings gibt es auch manche Pioniere in der Geschichte des Face-Liftings, die viel radikalere Methoden einsetzten, die sog. „subperiostalen Face-Liftings“ oder „MASK-Liftings“. Hier wird nicht nur zweischichtig gearbeitet, sondern das Gesicht wird quasi direkt vom Knochen abgehoben und in eine höhere Position verlagert. Diese Verfahren sind jedoch sehr invasiv, d.h. es wird sehr viel operiert, und aufgrund einer höheren Komplikationswahrscheinlichkeit sind diese Eingriffe nicht sehr verbreitet und werden nur von ganz wenigen Chirurgen durchgeführt. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte und den Patienten nicht zu großen Risiken aussetzen will, ist das SMAS-Lifting derzeit ein Standard, der auch mit unterschiedlichen Variationen durchgeführt werden kann, je nachdem was alles gemacht werden soll oder muss.

Die Stirn stellt eine völlig separate Region dar, es gibt hier grundsätzlich drei Methoden, die eingesetzt werden. Das Ziel eines Stirn-Liftings ist es ja, die Augenbrauen anzuheben und/oder die Stirnfalten zu beseitigen. Das geschieht, indem man die Stirnhaut abpräpariert, anhebt und verkürzt. Man muss allerdings aufpassen, ob der/die PatientIn eine hohe oder eine niedrige Stirn hat. Wenn die Stirn sehr hoch ist, darf der Hautschnitt nicht innerhalb der behaarten Kopfhaut gesetzt werden, wie das bei der ursprünglichen Variante des Stirn-Liftings, dem „coronarem Stirn-Lifting“, der Fall ist, sondern der Hautschnitt muss an die Stirn-Haar-Grenze verlegt werden. Diese Methode nennt sich „prätrichales Stirn-Lifting“. Dadurch kommt es zu einer tatsächlichen „Verkürzung“ der Stirn mit der gewünschten Anhebung der Augenbrauen. Man muss nur aufpassen, dass die Narbe gut verborgen ist, und dies erreicht man durch das Schräghalten des Skalpells beim Hautschnitt – so wachsen die Haare später in die Narbe hinein, wodurch diese nahezu unsichtbar wird. Eine modernere Methode, die seit etwa 1990 durchgeführt wird, ist das „endoskopische Stirn-Lifting“.
Hier wird keine Haut entfernt, sondern die Haut unter Sicht lediglich abgehoben und weiter nach oben verlagert. Nachdem der Hautüberschuss nicht entfernt werden kann, muss die nach oben verlagerte Haut mit einem Kunststoffhaken oder einer Schraube fixiert werden. Die Effektivität der endoskopischen Methode ist jedoch deutlich geringer als die eines coronaren oder prätrichalen Stirn-Liftings.

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6. Können die verschiedenen Gesichtsregionen bei einer Operation gemeinsam korrigiert werden oder empfiehlt es sich in Etappen vorzugehen?

Eine komplette Sanierung ist medizinisch sinnvoll, wenn auch tatsächlich alle Regionen zu korrigieren sind und wenn der Patient relativ jung ist. Aus der Sicht des biologischen Alters ist zu bedenken, dass man dann doch eine erheblich längere Operation verkraften muss. Es gibt Chirurgen, die Stirn, Wange, Mittelgesicht und Hals auf einmal operieren. Die Operation dauert dann sicher vier bis sechs Stunden, die Heilungs- und Erholungszeit ist klarerweise auch dementsprechend länger, und die Schwellungen fallen stärker aus. Man muss die körperliche Belastbarkeit des Patienten genau prüfen, um die Zumutbarkeit und Machbarkeit dieser Operation einschätzen zu können.

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7. Welche Komplikationen können auftreten?

Das ist sehr unterschiedlich, das hängt vor allem davon ab, welche Regionen operiert wurden und welche Operationsmethoden eingesetzt wurden. Als häufigste Komplikation ist die Nachblutung zu erwähnen. Bei einem großen Face-Lifting hat man eine doch sehr große Wundfläche, und selbst bei größter Sorgfalt kann es dazu kommen, dass ein Gefäß nach der Operation aufgeht und es zu einer Nachblutung kommt. Das ist allerdings weniger tragisch als es klingt, die Blutungsquelle muss gestillt werden und das Blut entfernt werden. Die anderen, etwas schwerwiegenderen Komplikationen betreffen z.B. die Verletzung eines Astes des Gesichtsnervs (Nervus facialis), die zu einer Lähmung führen kann. Hier muss man Bescheid wissen, wo man und wie man operiert, um das zu vermeiden. Es kann aber auch zu einer zeitlich begrenzten Lähmung kommen, die nicht auf eine Verletzung des Nervs zurückzuführen ist, sondern auf die postoperative Schwellung des involvierten Gewebes. Sobald die Schwellung abgeklungen ist, verschwindet auch die Lähmung. Weitere Komplikationen wären ein schlechtes Ergebnis bzw. bei nicht routinierten Operateuren eine Mangeldurchblutung der Haut, die zu Hautnekrosen führen kann. Wenn man also zu viel spannt und während der OP nicht zart mit der Haut umgeht, kann es zu Nekrosen kommen, die hässliche Narben nach sich ziehen können.

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8. Wie sichtbar sind die Narben nach einem Face-Lifting und was muss ich nach der Operation beachten?

Beim Mittelgesicht-Lifting, wo ja der Hautschnitt auf die Unterlidregion beschränkt ist, sind die Narben nahezu unsichtbar. Der Narbenverlauf und das Narbenbild entsprechen genau dem einer Unterlidkorrektur. Beim Wangen-Lifting verlaufen die Narben an der Vorder- und der Hinterseite des Ohres, beim Stirn-Lifting entweder innerhalb der Haare oder an der Stirn-Haar-Grenze, und beim Hals-Lifting sieht man eine kleine Narbe unter dem Kinn, die aber in eine Falte gelegt wird, sodass sie fast unsichtbar ist.

Man muss das Gesicht vor allen Einflüssen schützen, die zu einer Schwellung führen können. Das betrifft starken Temperaturwechsel, Sonnenexposition, übermäßigen Sport, Saunabesuche usw. Im Allgemeinen ist die Heilung nach zwei bis drei Wochen abgeschlossen, und man kann sich wieder normal bewegen. Sonnenexposition würde ich auf alle Fälle zwei bis drei Monate vermeiden.

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9.Wann ist der ideale Zeitpunkt für ein Face-Lifting und wie altert die Haut danach?

Hier ist die Seriosität des Operateurs besonders gefragt, weil wenn ein ratsuchender Patient/eine ratsuchende Patientin kommt, der/die eine Face- Lifting-Operation wünscht und noch sehr jung ist, sollte man doch mäßigend eingreifen. Ich glaube nicht, dass die Altersfrage letztlich eine Rolle spielt, sondern eher das Erscheinungsbild, also der Zustand des Gesichts. Es kann durchaus vorkommen, dass bei schlechter genetischer Prädisposition oder bei 19 schlechtem Lebenswandel schon relativ junge Menschen sehr unvorteilhaft altern. Ich habe beispielsweise junge PatientInnen mit makellosen Gesichtern, aber sehr unvorteilhaften Hälsen gehabt. Da konnte man mit einem kleinen Hals-Lifting und einer Fettabsaugung  sehr gut Abhilfe schaffen, obwohl die PatientInnen sehr jung waren.


Das Face-Lifting beeinflusst den Alterungsprozess nicht, es nimmt ihm nur die Symptome oder das Erscheinungsbild. Wenn man ein Face-Lifting durchführt, kann man bei korrekter Durchführung annehmen, dass man in etwa zehn Jahre gewinnt. Diese zehn Jahre bleiben, man wird mit 50 wie 40 aussehen und mit 70 wie 60.

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10. Wie viele Face-Liftings in welchen Abständen könnte ich theoretisch durchführen lassen und wie hoch sind die Kosten?

Im Allgemeinen sind zwei bis maximal drei Face- Liftings in einem Leben durchaus möglich, vorausgesetzt sie wurden korrekt durchgeführt. Von mehr als drei würde ich abraten. Empfehlenswert sind Etappen von mindestens zehn Jahren.

Die Kosten für den Eingriff variieren natürlich entsprechend des Aufwandes, Mini-Liftings beginnen bei einem Preis von etwa € 4.000 – € 5.000, ein Stirn-Lifting allein kostet zwischen € 5.000 – € 8.000, ein komplettes Gesicht- Lifting, das alle vier Regionen miteinbezieht, kann ohne Weiteres auch bis zu € 15.000 kosten.

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