Kurz & bündig
Eine gut geplante Fettabsaugung in Lokalanästhesie sollte wie folgt ablaufen:
- Prüfung der Eignung des/der PatientIn für den Eingriff
- Kontrolle, ob gerinnungshemmende Medikamente oder Vitamin E genommen werden (erhöhte Blutungsneigung)
- Ausschluss einer Allergie gegen Lokalanästhetika (in der Tumeszenzlösung enthalten)
- Zigarettenkonsum wenn möglich einstellen (nicht Bedingung)
- exakte Planung der Eingriffe (wie viele Sitzungen, an welchen Regionen)
- fünf Endermologie-Behandlungen vor dem Eingriff, zwei bis drei Mal pro Woche
- Verabreichung eines Antibiotikums bei größeren Absaugmengen (Infektionsprophylaxe)
- vibrationsunterstützte Infiltration des Lokalanästhetikums
- vibrationsunterstützte Fettabsaugung mit dreidimensional rotierender Kanüle
- maximale Absaugmenge drei Liter reinen Fetts
- Kompressionswäsche wird unmittelbar nach der Operation angezogen
PatientIn geht am OP-Tag nach Hause - fünf bis zehn Endermologie-Behandlungennach dem Eingriff, zwei Mal pro Woche
die wichtigsten fakten auf den punkt gebracht:
Die Fettabsaugung ist der weltweit am häufigsten durchgeführte Eingriff der ästhetischen Chirurgie.
Es gibt zumindest neun verschiedene Methoden der Fettabsaugung – ich bevorzuge die vibrationsassistierte Methode mit dreidimensional rotierender Kanüle.
Die von mir eingesetzte Methode weist folgende Vorteile auf: Sie zerstört die für die Zusammenziehung der Haut wichtigen Bindegewebssepten in geringerem Maße, Gefäße und Nerven werden weniger verletzt. Man braucht relativ wenig Lokalanästhetikum, man kann verhältnismäßig viel Fett entfernen. Sie ist insgesamt sehr gewebeschonend.
Für ein gutes operatives Ergebnis muss sich die Haut in horizontaler Richtung zusammenziehen und in vertikaler Richtung dem verringerten Volumen anpassen. Voraussetzung dafür ist die Eigenelastizität der Haut sowie die Intaktheit der Bindegewebssepten.
Ein gutes Ergebnis nach einer Fettabsaugung ist dann erreicht, wenn die Operation bei entblößtem Körper nicht erkennbar ist, wenn die abgesaugten Areale mit der Umgebung harmonisieren und symmetrisch imponieren.
Als Obergrenze an abgesaugter Fettmenge gilt für einen Eingriff in örtlicher Betäubung etwa drei Liter; wird der Eingriff in Beisein eines Anästhesisten durchgeführt, kann auch mehr abgesaugt werden, wenn gleichzeitig eine gute postoperative Betreuung gewährleistet wird.
Unter dem Begriff „Tumeszens“ versteht man den Zustand der Gewebesättigung mit Flüssigkeit. Dieser Zustand ist aus rein technischen Gründen beim Einsatz der ultraschallassistierten Fettabsaugung notwendig. Es gibt keine „Tumeszens-Methode“.
Mit der vibrationsassistierten Fettabsaugung kann man eigentlich an jeder Körperregion Fett absaugen. Selbst bislang kritische Areale wie Waden, Knie- und Oberschenkelinnenseite oder Hals stellen kein Problem mehr dar.
Zu den möglichen medizinischen Komplikationen zählen Fettembolien, Hämatome, gefühllose Areale und Schmerzen: Bei Verwendung einer gewebeschonenden Methode wie der von mir eingesetzten vibrationsassistierten Fettabsaugung ist das Risiko des Auftretens dieser Komplikationen deutlich reduziert.
Das Auftreten einer Thrombembolie kann durch Bandagieren der Beine sowie durch die Gabe eines blutgerinnungshemmenden Mittels verhindert werden.
Infektionen entstehen bei unhygienischen Verhältnissen während des Eingriffs und können daher bei Verwendung eines standardisierten Operationssaales weitestgehend vermieden werden (im Gegensatz zu den hygienischen Verhältnissen im Hinterzimmer einer Ärztepraxis).
Zu den möglichen ästhetischen Komplikationen zählen Asymmetrien und Dellen, die durch präzises Handling, genaue Planung und Vermeidung exzessiver Absaugmengen weitestgehend vermieden werden können.
Das Tragen von Kompressionswäsche nach einer Fettabsaugung und die Durchführung von Endermologie-Behandlungen dienen der Optimierung des operativen Ergebnisses und sind aus meiner Sicht empfehlenswert.
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