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10 Fragen zur Gynäkomastie

1. Was ist eigentlich eine Gynäkomastie genau?

Unter Gynäkomastie versteht man das Wachstum einer weiblichen Brust bei einem Mann.

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2. Besteht sie ausschließlich aus Fettgewebe?

Nein, nicht ausschließlich. Wenn man von einer echten Gynäkomastie spricht, bedeutet das, dass sich weibliches Brustdrüsengewebe in der männlichen Brust befindet. Wie eben eine weibliche Brust auch, besteht eine Gynäkomastie aus Drüsen- und Fettgewebe.

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3. Was sind die Ursachen für eine Gynäkomastie?

Es gibt eine Reihe von Ursachen: Es gibt physiologische Ursachen, es gibt krankheitsbedingte Ursachen, es gibt Ursachen, die auf den Lebenswandel zurückzuführen sind, das ist sehr, sehr komplex. Die häufigste Ursache ist die Entwicklung einer Gynäkomastie während der Pubertät, weil es da zu einem Missverhältnis von Sexualhormonen kommt. Im Rahmen der Pubertät werden nämlich im Hoden sowohl das männliche Sexualhormon Testosteron als auch das weibliche Sexualhormon Östrogen vermehrt gebildet. Aufgrund eines Missverhältnisses zwischen Testosteron und Östrogen wird über eine kurze Zeit das Wachstum des bei sehr vielen Männern in rudimentärer Form vorhandenen Brustdrüsengewebes angeregt. Es kommt zu einem Wachstum der Brust, die sich allerdings wieder zurückbildet, wenn der junge Mann gereift ist und sich Testosteron und Östrogen wieder ausbalanciert haben.

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4. Spielt Übergewicht eine Rolle?

Ja, und zwar eine ganz besondere. Wenn man Gewicht zunimmt, setzt der Mensch Fett an. Es ist so, dass im Fettgewebe ein Enzym lokalisiert ist, das man Aromatase nennt. Je mehr Fett vorhanden ist, umso mehr ist auch Aromatase vorhanden. Daher wird mehr frei zirkulierendes männliches Sexualhormon (Testosteron) in Östrogen umgewandelt. Die Folge ist, dass das Brustwachstum angeregt wird. Je dicker man wird, umso unverhältnismäßig stärker wird das weibliche Brustwachstum stimuliert.

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5. Wie häufig ist weibliche Brustbildung bei Männern?

Eigentlich sehr häufig. Man hat nachgewiesen, dass etwa 50 % aller Männer unterhalb der Brustwarze und des Warzenhofes mehr oder weniger große Nester weiblichen Brustdrüsengewebes haben. Diese Nester sind aber meistens sehr klein und sind optisch nicht erkennbar. Wenn aus irgendeinem Grund das Wachstum dieser Zellen angeregt wird, können eigentlich sehr viele Männer eine sichtbare Gynäkomastie bekommen.

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6. Kann man eine Gynäkomastie auch mit Sport oder einer Hormonbehandlung therapieren?

Sport hat keinen Einfluss, es sei denn, die Gynäkomastie ist vor allem auf vermehrtes Fett zurückzuführen. In diesem Fall führen natürlich Abnehmen und Sport auch zum Rückgang von Fett im Brustbereich sowie zur Verminderung der Aromataseaktivität. Das Vorhandensein von Brustdrüsengewebe kann man mit Sport klarerweise nicht beeinflussen. Hängt die Ursache für die Gynäkomastie mit vermehrter Hormonproduktion zusammen, die auf einen Tumor, Medikamente etc. zurückzuführen ist, muss die Ursache gezielt behandelt werden. Weiters gibt es zahlreiche pathologische (krankhafte) Ursachen für eine Gynäkomastie, denen man auf den Grund gehen muss. Wenn keine pathologische Ursache für die Gynäkomastie besteht, ist sie auch medikamentös nicht oder kaum beeinflussbar, dann hilft nur die Operation.

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7. Man hört auch immer wieder, dass Bodybuilder sehr häufig eine Gynäkomastie haben, womit hängt das zusammen?

Wenn ein Bodybuilder normal trainiert, wird das nicht auftreten. Viele Bodybuilder nehmen aber Hormone ein, nämlich Anabolika, das sind Vorstufen vom männlichen Sexualhormon Testosteron, die den Muskelaufbau fördern. Der Nebeneffekt ist allerdings, dass der Körper aufgrund des entgleisenden Gleichgewichtes zwischen männlichen und weiblichen Sexualhormonen vermehrt Östrogen zu produzieren beginnt und es so zur Bildung einer weiblichen Brust kommt.

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8. Kann die Gynäkomastie nach der Operation wieder nachwachsen?

Das hängt auch wieder damit zusammen, ob nun vermehrt Fett oder vermehrt Brustdrüsengewebe vorhanden war und wie radikal operiert wurde. Wenn vor allem Fett die Ursache für die Gynäkomastie war, kann natürlich, wenn man zunimmt, Fett nachgebildet werden, weil man ja nicht alle Fettzellen entfernt. Wir wissen ja, dass Gewichtszunahme durch Einlagerung von Triglyceriden in den Fettzellen stattfindet und nicht durch eine Vermehrung der Fettzellen. Im Moment wo Fettzellen unter der Haut verbleiben, kann man dort natürlich auch wieder zunehmen, nur wird man nicht so leicht oder so schnell Fett ansetzen, wie das vor der OP der Fall war. Wenn die Gynäkomastie vor allem aus Brustdrüsenzellen bestanden hat und diese vollständig entfernt wurden, kann ein neuerliches Wachstum natürlich nicht stattfinden.

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9. Besteht eine Chance, dass die Krankenkasse den Eingriff übernimmt?

In Österreich übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Entfernung von Brustdrüsengewebe, wenn dies durch ein bildgebendes Untersuchungsverfahren (Mammografie, Ultraschall) vor der Operation nachgewiesen wurde. Manche Kassen bezahlen auch die begleitend notwendigen ästhetischen Maßnahmen, weil, wenn viel Brustdrüsengewebe da ist, auch eine Hautstraffung notwendig ist. Sicherheitshalber sollte man dies vorher chefärztlich abklären. Wenn die Gynäkomastie lediglich aus Fettgewebe besteht und kein Brustdrüsengewebe vorliegt, handelt es sich um einen rein ästhetischen Eingriff, der von der Krankenkasse nicht gedeckt wird.

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10. Wie hoch sind die Kosten?

Die Kosten für den Eingriff variieren natürlich entsprechend des Aufwandes, sie beginnen bei etwa € 2.000 und gehen bis ca. € 6.000.

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