Länge des Kinns
Die Länge des Kinns spielt eine entscheidende Rolle im Harmoniebild des Gesichts. Im Idealfall bilden der vorderste Punkt der Stirn und das Kinn eine Ebene. Wenn das Kinn hinter dieser Linie liegt, spricht man vom fliehenden Kinn, reicht es zu weit nach vorn, spricht man vom vorstehenden Kinn. Ein fliehendes Kinn lässt die Nase länger und größer erscheinen.
Es ist erstaunlich, dass den meisten Patienten die Bedeutung des Kinns für die Gesichtsharmonie völlig unbekannt ist. Diese Erfahrung machte ich in den letzten zehn Jahren während der Beratungsgespräche mit dem Computersimulationsprogramm. Die erfolgreiche Korrektur eines fliehenden Kinns stellte für viele Patienten eine völlig unerwartete Verbesserung dar. Acht von zehn Patienten mit fliehendem Kinn gefiel das angefertigte Computer-Simulations-Bild mit der Kinnverlängerung deutlich besser als die Simulation, bei welchem lediglich die Profilansicht der Nase gezeigt wurde. Faszinierend für mich war aber vor allem, dass fast alle Befragten bei Betrachtung des Simulationsbildes die Manipulation des Kinns gar nicht erkannten und auf meine Frage, „Welche Nase gefällt Ihnen besser?“, auf das Bild mit dem korrigierten Kinn zeigten, obwohl die Nase unverändert geblieben war und lediglich das Kinn verlängert wurde. Ebenso erstaunlich für mich ist der Umstand, dass in weiterer Folge nur etwa 18 % meiner Patienten mit fliehendem Kinn, die sich die Nase operieren ließen, auch ihr Kinn korrigieren ließen, obwohl dieser Teileingriff im Vergleich zur Nasenkorrektur nur wenig Mehraufwand und geringe Mehrkosten nach sich zog. Ähnlich verhielt es sich mit Bildern, wo Profilkorrekturen mit und ohne Verkürzung eines vorstehenden Kinns verglichen wurden.


