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10 Fragen zur Ohrkorrektur

1. Ist die Ohrkorrektur eine einfache Operation?

Nein, sie ist zwar nicht sehr aufwändig, aber einfach ist sie nicht. Vor allem deshalb, weil mehrere Details berücksichtigt werden müssen, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Man darf nicht nach einem einheitlichen Schema vorgehen.

2. Werden denn Ohren nicht einfach nur angelegt?

Genau das sollte man eigentlich nicht machen. Abstehende Ohren sollen nicht angelegt werden, sondern chirurgisch neu geformt werden. Ohren können auf unterschiedliche Art und Weise abstehen und müssen daher entsprechend ihrer Deformität korrigiert werden.

3. Das klingt durchaus komplex, inwiefern können Ohren unterschiedlich abstehen?

Ohren wirken abstehend, wenn der zentrale Ohrknorpel, den man als Concha bezeichnet, zu breit ist, oder wenn der nach hinten stehende Teil des Ohres, die Helix, seitwärts absteht. Darüber hinaus können auch die Ohrläppchen abstehen und noch weitere Details am knorpeligen Skelett des Ohres auffällig vergrößert sein oder fehlen.

4. Was halten Sie von der modernen Fadenmethode, über die in den Medien häufig berichtet wird?

Mit der Fadenmethode kann das Ohr nicht geformt, sondern nur verformt werden. Mit den Nähten wird der Ohrknorpel lediglich verbogen, seine Dimensionen werden also nicht verändert. Abgesehen davon gehört der Einsatz von Nähten bei der Ohrkorrektur zu den älteren OP-Methoden, die tatsächlich modernen und effektiveren Techniken wurden erst später entwickelt.

5. Mit welcher Methode arbeiten Sie?

Ich setze die Fadenmethode nie ein. Ich benutze das Skalpell und korrigiere damit je nach Notwendigkeit die Form des Ohrknorpels. Besonders wichtig dabei ist, dass bei der Operation die korrigierten Anteile des Ohres spannungsfrei aneinander liegen. Gerade das wird mit der Fadenmethode nicht erreicht, weil bei dieser Technik der Knorpel in seine neue Form gezwungen wird.

6. Ab wann können Kinder operiert werden?

Ich empfehle bei Kindern solange zuzuwarten, bis der Eingriff ohne Vollnarkose möglich ist, also meist ab dem 8. – 10. Lebensjahr. Wenn notwendig, kann man jedoch auch schon im Vorschulalter operieren.

7. Beeinträchtigt eine Ohrkorrektur das Wachstum der Ohren?

Es gibt einige Arbeiten, die nachgewiesen haben,dass operierte Ohren normal  weiterwachsen. Faszinierend ist aber die Tatsache, dass Ohrenbereits im Alter von  sechs Jahren 85 % ihrer Längeund 95 % ihrer Breite erreicht haben. Die  Sorge, dass Ohren nach einer Korrekturoperation in jungen Jahren zu klein bleiben könnten, ist daher völlig unbegründet.

8. Wie läuft die OP ab?

Sie kann fast immer in örtlicher Betäubung durchgeführt werden und dauert durchschnittlich zwischen 60 und 90 Minuten. Wichtig ist das Tragen eines gut sitzenden Kopfverbandes für die Dauer von zehn Tagen, Ohren sind sehr empfindlich und müssen nach der Operation gut geschützt werden.

9. Können schlechte Ergebnisse wieder korrigiert werden?

Ja, durchaus. Manchmal sind die Korrektureingriffe allerdings sehr aufwändig, vor allem dann, wenn Knorpelgewebe ersetzt werden muss.

10. Wie hoch sind die Kosten einer Ohrkorrektur und stimmt es, dass die Krankenkasse den Eingriff übernimmt?

Ja, aber nur bis zum Alter von 16 Jahren. Eine Otoplastik kostet im Normalfall etwa € 2.800, aufwändige Korrekturoperationen natürlich entsprechend mehr.

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