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Intimästhetik aus psychosomatischer Sicht

Band 6: Schamlippenkorrektur wurde unter dankenswerter Mitarbeit von Priv. Doz. Dr. med. Aglaja Stirn, Leiterin der Abteilung für Psychosomatische Medizin an der Universitätsklinik Frankfurt, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, verfasst.

Textauszug:

Schönheit ist eine erstrebenswerte Qualität, weshalb Menschen seit jeher und in allen Kulturen danach trachteten, ihr Aussehen den jeweils geltenden Normen für Schönheit und Attraktivität anzupassen (Senft, 2007). Auch die gewählten Strategien zur Erreichung dieses Zieles haben sich im Laufe der Zeit nur wenig verändert: Schmuck, Bemalung und permanente Körpermodifikationen durch Tattoo, Piercing, Scarification und die verschiedensten Formen der Mutilation gehören seit jeher zum festen Repertoire von Techniken, mit denen die Anpassung an geltende Schönheitsideale vollzogen wird.

In diesem Beitrag soll nicht von Schmücken und Bemalen die Rede sein, sondern von den invasiven Verfahren zur Körperveränderung, die in den letzten Dekaden in Frequenz und Ausmaß exponentiell zugenommen haben. Ein kurzer Blick in die Kulturgeschichte erweist sich dabei als nützlich, um das Vorurteil zu relativieren, die Bereitschaft, tief greifende Veränderungen des Körpers durch umfangreiche und oft schmerzhafte Manipulationen herbeizuführen, sei eine Errungenschaft der Moderne.