Allgemeinanästhesie, Vollnarkose

Anästhesieform, bei welcher die Patientin tief schläft. Je nach Notwendigkeit werden außerdem ihre Reflexe unterdrückt und die Muskulatur entspannt (relaxiert). Es gibt verschiedene Varianten (Intubation, Larynxmaske, Maske etc.).

Antisepsis

Maßnahmen, die zur Erzielung der Keimfreiheit notwendig sind. In der modernen Medizin wird eine Operation unter sterilen Bedingungen durchgeführt, das geschieht durch Behandlung der operierten Areale mit keimtötenden Medikamenten (Alkohol, Jod etc.).

Asymmetrie

Gegenteil von Symmetrie, Ungleichheit. Die Körperhälften eines Menschen sind nie vollständig symmetrisch.

Beschneidung der Frau

» FGM; » Infibulation.

Blutbild

medizinische Untersuchung des Blutes. Diese dient zur Vorbereitung einer Operation. Je nach Umfang der Operation und in Abhängigkeit davon, ob der Eingriff in Allgemein- oder Lokalanästhesie erfolgt, muss ein „großes“ oder ein „kleines“ Blutbild durchgeführt werden.

Dammschnitt

chirurgische Maßnahme zur Erleichterung des Geburtsvorganges. Wenn dem Gynäkologen der Geburtskanal zu eng erscheint, wird mit einer Schere bei etwa 07:30 Uhr die große Schamlippe einige Zentimeter durchtrennt, um den Geburtskanal zu erweitern. Nach der Geburt muss der Dammschnitt präzise vernäht werden, um Narbenverziehungen zu vermeiden.

Eigenfetttransplantation

Verpflanzung von körpereigenem Fett von einer Körperstelle in eine andere. Erster Bericht aus dem Jahr 1893. Seit 1990 durch den US-Amerikaner Sydney Coleman weltweit populär gemacht. Die Eigenfetttransplantation ist eines der spannendsten Forschungsgebiete Plastischer Chirurgie, insbesondere seit dem Jahr 2001, als von Zuk im » Aspirat » Stammzellen entdeckt wurden. Die Eigenfetttransplantation wird in der ästhetischen Chirurgie erfolgreich zur Gesichtsverjüngung (z. B. » Augenringe, » Nasolabialfalten, Lippen), weiters zur Korrektur äußerer Schamlippen und in jüngster Zeit immer mehr auch zur Brustvergrößerung eingesetzt. In der rekonstruktiven Chirurgie wird sie zum Auffüllen von Gewebedefekten, zum Ergänzen von Brustrekonstruktionen, zum Verbessern von Narben, von strahlengeschädigter Haut u. v. m. eingesetzt.

EKG, Elektrokardiogramm

Untersuchungsmethode, bei welcher der Gesundheitszustand des Herzens geprüft wird. Es dient zur Vorbereitung einer Operation in » Allgemeinanästhesie oder » Sedoanalgesie (Kombination von Lokalanästhesie und Sedierungsmitteln).

FGM (Female Genital Mutilation)

von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geprägter Begriff, der alle an Frauen durchgeführten Beschneidungsvarianten zusammenfasst. Die WHO unterscheidet vier Arten der Beschneidung (Typ I – IV).

Genital

» Geschlechtsorgane.

Geschlechtsmerkmale

die geschlechtsspezifischen Charakteristika; man unterscheidet zwischen primären und sekundären Geschlechtsorganen. Die sekundären Geschlechtsmerkmale stehen nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Fortpflanzung und entwickeln sich erst in der Pubertät unter dem Einfluss der Geschlechtshormone: z. B. Körperbehaarung, Brüste, Stimmlage.

Geschlechtsorgane, äußere

lat. Organa genitalia masculina bzw. feminina externa; der Penis (einschließlich männlicher Urethra = Harn-Samen-Röhre) und der Hodensack bzw. die Scham (Pudendum femininum: Mons pubis, Schamlippen, Scheideneingang, Klitoris und weibliche Harnröhre).

Geschlechtsorgane, innere

lat. Organa genitalia masculina bzw. feminina interna; Hoden, mit Nebenhoden, Samenleiter und Samenblase sowie die Prostata bzw. die Eierstöcke und Eileiter, die Gebärmutter und die Scheide.

Gynäkologie

Frauenheilkunde; Fachrichtung der Medizin, die sich mit der Erkennung, Verhütung, konservativen und operativen Behandlung einschließlich der psychosomatischen Aspekte von Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane und der Brustdrüsen, der gynäkologischen Endokrinologie und der Reproduktionsmedizin befasst. Wird mit der Geburtshilfe zu einem medizinischen Fachgebiet zusammengefasst. Die Ausbildungszeit zum Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe beträgt sechs Jahre.

Hämatom

Bluterguss, Ansammlung von Blut außerhalb der Blutbahn im Gewebe. Es entsteht bei stumpfen Verletzungen (Zerplatzen kleinster Blutgefäße) oder bei Verletzung eines größeren Gefäßes.

Hymen

Jungfernhäutchen“; den Scheideneingang verschließende Schleimhautfalte mit kleiner, meist vorangelagerter exzentrischer Öffnung. Reißt – außer bei starker Dehnbarkeit – bei der Defloration (Entjungferung) ein, wird bei der Entbindung zerstört.

Indikation

Grund für eine medizinische Handlung.

Indikationsstellung

Festlegung der Gründe, die die Durchführung einer Operation rechtfertigen. Eine Operation ist dann indiziert, wenn sie vom behandelnden Arzt als medizinisch notwendig oder gerechtfertigt erachtet wird. Man spricht von der Operationsindikation.

Infektion

Keimbesiedelung. Es gibt bakterielle, virale und Pilzinfektionen. Die Ausbreitung einer Infektion auf den ganzen Körper mit zirkulierenden Keimen im Blut nennt man Sepsis.

Infibulation

Beschneidung der Frau nach Typ III » FGM.

Invasivität

Mit der Invasivität einer Operation wird das Ausmaß des Operationsumfangs bezeichnet, also wie groß die Wundhöhle ist, wie lang der Hautschnitt ist, etc. Eine minimal-invasive OP-Technik verwendet ganz kleine Hautschnitte. So ist beispielsweise eine endoskopische Gallenblasenentfernung weniger invasiv als die klassische, weil weit weniger Haut und Muskel durchtrennt werden.

Jungfernhäutchen

» Hymen.

Keloid, Narbenkeloid

überschießende, wulstartige oder sogar knotige Narbenbildung, die soweit fortgeschritten ist, dass die Grenzen der Schnittführung überschritten wurden (Gegensatz zu hypertropher Narbe).

Klitoris

„Kitzler“; dem Penis entsprechendes erektiles Teil des weiblichen Genitals. Enthält zwei Schwellkörper, die sich zu der schleimhautüberzogenen, an Nervenendkörperchen reichen Glans clitoridis (= vordere Verdickung des Kitzlers) vereinigen.

Klitorisvorhaut

die » Klitoris bedeckende Hautfalte, die sie schützt.